Dank für Spende vom Dreikönigskonzert
Liebe Pfarrgemeinde der Pfarrei Herz-Jesu und Vagen
Als erstes möchte ich mich und auch im Namen meiner Mitschwestern, ganz, ganz herzlich bedanken für die grosszügige Spende vom Dreikönigskonzert. Ja ich war sehr überrascht und habe mich sehr, sehr gefreut. Da ich im Januar unterwegs war, etwas Urlaub machte, konnte ich nicht gleich antworten. Nun möchte ich ein wenig von unserer Arbeit hier in Goiania – Brasilien berichten. Ich bin weiterhin in der „Bio-Gesundheit” tätig, und biete diese Naturheilmethode bei uns im Haus an und arbeite auch zusammen mit einer anderen Ordensfrau in deren Haus. In unserem kleinen Garten wachsen viele Heilkräuter, die mir sehr wertvoll sind für die Behandlung. Es braucht natürlich viel Zeit zum ernten, trocknen, schneiden und aufbewahren. Aber damit habe ich eine gut organisierte „Hausapotheke“, wo ich die Kräuter fachgerecht aufbewahren kann. Damit kann ich vielen Menschen, besonders auch den Armen viel helfen. Sie kommen oft von weit her, weil sie von der Heilkraft der Kräuter überzeugt sind.
Wir besuchen auch regelmässig Familien in Notsituationen. Ein Lebensmittelpaket im Monat hilft den Familien sehr, ihren oft sehr schwierigen Alltag zu bewältigen. Beim Besuch tauchen wir ein in ihre Lebenswelt, wir hören zu, lassen uns betreffen von ihren Sorgen und Nöten, aber auch von ihrer Hoffnung und ihren Glauben, mit dem sie weiter gehen können. Wir sind auf den Spuren Jesu unterwegs, der uns aufruft: „Ich war hungrig und ihr habt mir zu Essen gegeben, ich war nackt und ihr habt mich bekleidet, ich war krank und ihr habt euch um mich gesorgt, ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht“ (Mt 25, 35-36) Diese Besuche sind ganz wichtig und eine zentrale Aktivität in unserer Mission.
Zwei meiner Mitschwestern engagieren sich in der Gefängnisseelsorge. Sr. Petra arbeitet als nationale Koordinatorin in São Paulo und Sr. Barbara engagiert sich im Leitungsteam der Erzdiözese Goiânia und bei den wöchentlichen Besuchen in den Haftanstalten. Sie konnte im Frauengefängnis in Goiânia, zusammen mit einer Kollegin beginnen, Friedenskreise anzubieten. Das ist eine Methode der wiedergutmachenden Gerechtigkeit. Die inhaftierten Frauen lernen zuzuhören und haben einen sicheren Ort, wo sie ihre Erfahrungen aussprechen und ihre Lebenssituation neu deuten können. Diese wöchentlich Besuche in den Haftanstalten tragen bei zur Stärkung der Hoffnung und Würde der Menschen
Ein anderer Schwerpunkt unserer Mission ist die Jugendarbeit. Eine meiner Mitschwestern wiedmet sich in besoderer Weise den Jugendlichen. Viele Jugendliche leben fern von der Kirche, suchen aber nach einen Raum, wo sie sein können, sich angenommen und ernst genommen erfahren, wo Raum ist über Glaubensfragen und ihre Nöte sich auszudrücken und sich gegenseitig zu stärken. Genau das wollen wir ihnen ermöglichen.
In wenigen Tagen beginnen wir die Fastenzeit. In Brasilien ruft jedes Jahr die Kirche auf, ein sozial brennendes Thema zu vertiefen. Dieses Jahr geht es um die Thematik der Wohnungsnot, der vielen Strassenbewohner und aller unmenschlichen und unwürdigen Wohnverhältnissen. Hoffen wir, dass sich viele Menschen, Gruppen und Organistionen davon berühren lassen. Wärend der Fastenzeit beten und reflektieren wir diese Thematik in den Familiengruppen. Auch ich begleite eine solche Gruppe.
So sage ich Euch allen ein herzliches Vergelt´s Gott und wünsche uns allen eine gesegnete Fastenzeit, eine Zeit der inneren Erneuerung und die Erfahrung Neuen Lebens im Lichte der Auferstehung.
Mit einem herzlichen Gruss aus Brasilien, Eure Sr. Theresa, MC




