Haeder All Kirchen Winter

Ausblick auf die derzeitige Situation unserer Kirche

Hoffnung in unserer Erzdiözese München-Freising

logo PV Bruckmuehl 400x300Liebe Pfarrverbandsangehörige,

besonders unsere Münchner Diözese ist derzeit in Bewegung wie selten in der Kirchengeschichte: Nach großer Ordinariats-Neuorganisation, großem Softwarewechsel mit erheblichen Anforderungen und Zusatzaufwand für Ordinariatspersonal wie auch unsere Pfarrsekretärinnen und einem diözesanen Gesamtstrategieprozess hat nun eine Neuorganisation der pastoralen Stellen begonnen. Im Zuge des schon begonnenen Personalplans 2030 müssen sich auch die pastoralen Mitarbeiter:innen unseres Pfarrverbands auf neue Stellen bewerben. Einige bisherige Stellen gibt es nicht mehr, da Katholiken vor Ort und auch Hauptamtliche insgesamt weniger werden, dafür wurden für überpfarrverbandliche Bereiche neue Stellen geschaffen. So stellt sich unsere Diözese nachhaltig und vorausschauend auf die Erfordernisse der nächsten Jahre ein.

In diese sowieso schon bewegte Zeit für alle kirchlichen Mitarbeiter:innen fiel nun am 20. Januar die Veröffentlichung des Gutachtens zu sexuellem Missbrauch in unserer Diözese von 1945 bis 2019. Es war wie ein Paukenschlag, der nun auch zusätzlich viele Ehrenamtliche aufwühlte und erschütterte.

Dass der christliche Grundsatz des Schutzes von Schwachen und Benachteiligten so fundamental verletzt und ins Gegenteil verkehrt wurde in der Behandlung von Missbrauchsopfern, schmerzt sehr und macht sprachlos.

Es gilt nun umso mehr, Opfern zuzuhören und ihr Leid anzuerkennen. Nur so kann vorsichtige Heilung beginnen.

Dass die gemachten Fehler im selbst beauftragten, aber dennoch unabhängigen Gutachten (das zeigt die deutliche Kritik an verschiedenen Verantwortungs-Trägern) nun schonungslos aufgedeckt wurden, ermöglicht zum einen hoffentlich, dass die Opfer nun erhalten, was für den Heilungsprozess nötig ist. Zum andern kann es der Beginn für die Erzdiözese sein, die nun zu Grunde liegenden Ursachen anzugehen.

An der Oberfläche tat sich schon seit 2010 einiges, sämtliche mit Kindern betraute Personen im Erzbistum durchliefen Präventionsmaßnahmen, Fachstellen wurden geschaffen. Das war richtig und gut, aber packte die Wurzel nicht.

Die bisherigen Gutachten offenbarten, dass vor allem die kirchliche Hierarchie und der Klerikalismus (also das übertriebene Kleriker-Sein) den Missbrauch begünstigten, übrigens neben dem sexuellen auch den geistlichen. Zeitgleich wurde immer klarer, dass die katholische Sexualmoral, damit auch die Haltung zur Homosexualität, so nicht mehr haltbar ist, da sie teilweise den wissenschaftlichen Kenntnissen widerspricht.

In die hohen Wellen der Veröffentlichung des diözesanen Missbrauchsgutachtens hinein rüttelte zusätzlich eine große Outing-Kampagne von queeren Menschen mit aufsehenerregender ARD-Berichterstattung die deutsche katholische Kirche auf: Nach „#OutInChurch“ Ende Januar war die Basis geschaffen für eine tiefgreifende und kirchengeschichtliche Wende des deutschen Katholizismus: Auf der 3. Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland vom 3.-5. Februar wurde von der Mehrheit der Bischöfe und der Laienvertretungen in erster Lesung beschlossen, den Pflichtzölibat abzuschaffen und Sexualmoral und Homosexualität neu zu bewerten. Ferner wurden weitere Texte positiv besprochen, Frauen auch für Diakonat und Priesteramt zuzulassen. In einem harten Ringen werden gemeinsam neue Wege gesucht, Jesu Botschaft vom Reich Gottes in verschiedenen kirchlichen Bereichen heute glaubwürdig umzusetzen. Oder anders formuliert: besonders die kirchliche Hierarchie und Sexuallehre zu evangelisieren. Dann wird auch die Glaubensverkündigung insgesamt wieder auf fruchtbareren Boden fallen.

Diese Schritte sind zwar überfällig – das von über 1,8 Mio Unterzeichnenden getragene sogenannte KirchenVolksBegehren forderte dies schon 1995 – dennoch stellen sie gewaltige kirchengeschichtliche Bewegungen dar.

Auch wenn nicht mit einer schnellen Umsetzung der Forderungen gerechnet werden kann, da die Kirche weltweit verbreitet ist: zumindest das für die Beschäftigten entscheidende Arbeitsrecht der deutschen Kirche kann relativ zeitnah verändert werden, viele Diözesen kündigten dies bereits an. Allein dies ist ein großer Schritt hin zu einer glaubwürdigeren und ehrlicheren Kirche.

Aber auch bzgl. der Missbrauch begünstigenden kirchlichen, defacto monarchischen Hierarchie hat ein deutlicher Gesundungsprozess begonnen: Synodalität, das gemeinsame Entscheiden wichtiger Fragen, wurde als ein wichtiges Merkmal der künftigen Kirche erkannt. Zwar übten wir dies schon seit über 50 Jahren in den Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen vorsichtig ein, nun erfuhr dieser Gedanke aber durch die Erschütterung des Gutachtens starken Rückenwind. Immer mehr Verantwortungsträger geben hierzu Selbstverpflichtungserklärungen ab.

So wurde die katholische Kirche durch die Missbrauchskatastrophe zwar bis ins tiefste Mark erschüttert. Aber, indem sie die Augen und Ohren mithilfe des Gutachtens nicht mehr verschloss, können nun tatsächliche, notwendige Veränderungen erhofft werden. So abgrundtief die Verfehlungen in der Kirche waren: sie bewirken nun einen Gesundungsprozess innerhalb der Kirche bis hoffentlich über ihre Grenzen hinweg, wenn beispielsweise Papst Benedikt 2019 allen Vorsitzenden nationaler Bischofskonferenzen die Aufklärung über sexuellen Missbrauch auftrug. So kann eine Sensibilität und Bewusstseinsbildung auch in z.B. afrikanische und arabische Länder getragen werden, in denen die Thematik noch absolut tabuisiert ist.

So verständlich Kirchenaustritte derzeit oberflächlich gesehen sein mögen – soviel Grund, in der Kirche zu bleiben und die ganz zart begonnenen Veränderungen zu unterstützen, gab es schon lange nicht mehr! Und die millionenfach positiven Erfahrungen und Kontakte innerhalb der Kirche dürfen in einer Gesamtbetrachtung nicht außer Acht gelassen werden.

Lassen wir uns vom diesjährigen Osterfest, bei dem wir den Sieg des Lebens über den Tod feiern, inspirieren, unsere katholische Kirche, nicht nur nach der pandemiebedingten Lähmung, wieder ganz neu zu beleben und Veränderungen mitzutragen. Wir alle sind Kirche! Gestalten wir sie!

Markus Brunnhuber, Pastoralreferent

Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese München und Freising,
montags bis samstags, 9 bis 20 Uhr, Telefon 089/ 213777000.

Text als PDF-Datei abrufbar

Selbstverpflichtung der Katholiken zur Synodalität

Der Synodale Weg stellte fest, dass das Prinzip der Synodalität der Kirche nun stark helfen wird, wieder zu Glaubwürdigkeit zu kommen und missbrauchsfördernden Anteilen in der kirchlichen Hierarchie entgegenzutreten.
Aus dem Synodalen Weg heraus entwickelte sich die Initiative der "Frankfurter Erklärung", in der sich Mitglieder unserer Kirche zur Synodalität selbstverpflichten.
Mit dem Synodenpräsidium, damit auch dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Dr. Bätzing und vielen anderen Verantwortungsträgern und kirchlichen Gruppierungen haben schon viele diese Initiative mitgetragen. Sie hilft, sofort wichtige Erkenntnisse umzusetzen, da eine kirchenrechtliche Umsetzung voraussichtlich sehr lange dauern wird.
Die Initiative ermöglicht jeder und jedem von uns, unmittelbar etwas für eine positive Zukunft unserer Kirche zu tun.

Der Text, die Erstunterzeichnenden und die Unterzeichnungsmöglichkeit finden sich hier:

Ein Interview im Mangfallboten zur aktuellen Situation findet sich hier:

 


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Kontakt

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Do:  15:00 - 17:00 Uhr

 

Neu: Seelsorge-Bereitschafts-Nr.

Unter  0151-22441814 können Pfarreiangehörige außerhalb der Pfarrbüro-Öffnungszeiten einen Mitarbeiter aus dem Pastoralteam für seelsorgerliche Notfälle erreichen. 

Ansprechpartner*innen

Pfarradministrator   Augustin Butacu
 
Pastoralreferent   Markus Brunnhuber
 
Pastoralreferent   Christof Langer
 
Gemeindereferent   Markus Stein
 
Pastorialassistent   Michael Pientka
 
Gemeindereferentin   Elisabeth Boxhammer

Kirchen

Herz Jesu Bruckmühl
Pfarrkirche, Kirchdorfer Straße 8

St. Nikolaus Mittenkirchen
Filialkirche, Leonhardistraße 23

Mariä Himmelfahrt Vagen
Pfarrkirche, Hauptstraße 6

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